Supply Chain Management als substanzieller Erfolgsfaktor im Wettbewerb

Walter Maderner | November 7, 2018

 

Versuchen Sie die folgenden Fragen rasch und ehrlich für sich und Ihr Unternehmen zu beantworten:

  • Haben Sie klar definierte Ziele für Ihre Supply Chain Performance?
  • Sind diese aus der Unternehmensstrategie abgeleitet und differenzieren diese Ihr Unternehmen von den Mitbewerbern?
  • Haben Sie volle Transparenz über die Supply Chain Kosten?
  • Haben Sie durch übergreifendes Management die SC Kosten optimieren können?
  • Haben Sie das für den SC Servicelevel optimale Working Capital?
  • Ist Ihre Produktions- und Logistik-Infrastruktur im Hinblick auf Kosten und SC Servicelevel optimal aufgestellt?
  • Sind Ihre Durchlaufzeiten State of the Art?
  • Haben Sie eine integrierte und durchgängige Planung von strategischer zu taktischer und operativer Ebene?
  • Haben Sie ein SC KPI System mit Zielwerten welches in den MBOs (Management by Objectives) verankert wird?

Wenn Sie alles mit einem ehrlichen Ja beantwortet haben, dann können Sie sich entspannt zurücklehnen und sich die Lektüre dieses Artikels sparen. Wir ziehen den Hut vor Ihnen: Sie sind dann offenbar einer jener raren und handverlesenen Supply Chain Champions, die alles richtig machen. Andernfalls lohnt es sich für Sie, weiterzulesen.

 

State of the Art Supply Chain Management wird in Zukunft zum kritischen Erfolgsfaktor im Wettbewerb

Logistik und Transport Management wird in Zukunft zu einem immer größeren Erfolgsfaktor. In einer globalisierten Welt mit weltumspannenden Beschaffungs- und Lieferketten ist diese Disziplin oft kriegsentscheidend. Aus unserer Sicht gibt es drei gute Gründe warum Supply Chain Management (SCM) für Ihr Unternehmen wichtig ist (Abbildung 1):

  • Supply Chain Kosten sind signifikant und werden nicht übergreifend gemanaged. Mit der ganzheitlichen Brille gesehen, betragen SC Kosten üblicherweise etwa 7-12% der Vollkostenbasis.
  • Supply Chain Performance ist ein wesentlicher Differenzierungsfaktor bei vergleichbaren Produkteigenschaften. In vielen Branchen können sich Anbieter anhand der Produkteigenschaften nicht mehr hinreichend differenzieren. Wenn Produkte sich aber kaum noch unterscheiden, wird schnell die Logistik Performance neben dem Preis zum kaufentscheidenden Faktor.
  • Die Volatilität der globalen Märkte erfordert eine immer flexiblere und schnellere Lieferkette. Die im globalen Wirtschaftsumfeld noch zusätzlichen politischen, währungs- und länderspezifischen Risiken führen zu einem zunehmend volatilen Unternehmensumfeld und erfordern flexiblere, schnellere und skalierbarere Strukturen in den Bereichen Produktion und Logistik.

Bild1

Abbildung 1: Drei Gründe warum SCM für Sie wichtig ist

In unseren Projekten müssen wir oft feststellen, dass Supply Chain Management in vielen Unternehmen ein Schattendasein fristet, weil diese Funktion oft nur logistisch gedacht wird. Die Aufgaben des SCM sind meist auf unterschiedlichste Funktionen verteilt, die zu wenig gut koordiniert werden. Erfolgreiches Supply Chain Management erfordert ein breiteres Verständnis der Beschaffungs- und Lieferkette und der Logistik-Prozesse innerhalb des Unternehmens. Sie umfasst den gesamten Fluss an Material und Information entlang des Wertschöpfungsprozesses vom Kundenauftrag über Lagerung, Produktion und After Sales Service bis zur Wiederbeschaffung. Die Supply Chain geht also über die eigene Unternehmensgrenze hinaus und verbindet Zulieferer und Kunden mit dem Unternehmen. Sie bestimmt nicht nur Kosten, sondern auch Durchlaufzeiten und Qualität. Diese Sichtweise auf das SCM vertiefen wir in unserem Blog Artikel Wie sich eine breitere Sicht von Supply Chain Management auf Unternehmen auswirkt“ und zeigen anhand von Beispielen, welcher Gestaltungsspielraum bei proaktiver Gestaltung der Wertschöpfungskette im Hinblick auf Kosten, Prozessdurchlaufzeit und Qualität besteht. Abbildung 2 veranschaulicht unser Verständnis der Elemente eines SCMs.

Bild2

Abbildung 2: Denkrahmen und Elemente des SCMs

Im Blog ArtikelWenn Sie Ihre Supply Chain Kosten nicht kennen, lassen Sie viel Geld liegen“ gehen wir vertieft auf die Problematik der Kostentransparenz für SC Kosten ein. Unser Credo ist: Intransparenz führt notgedrungen zu schlechteren Management Entscheidungen. Und dies kann bei so einem umfassenden Thema wie bei SC Kosten verheerend sein. Grund für die latente Intransparenz sind vier Ursachen: mangelndes Denken in Prozessen, hohe Komplexität des Geschäftes, Probleme bei der Erfassung und Messung, problematische Zuordnung. Anhand von sechs Schritten zeigen wir Ihnen einen pragmatischen Ansatz, wie Sie die Transparenz Ihrer Supply Chain Kosten dramatisch erhöhen und auf diese Weise bessere Entscheidungen treffen können.

Im Blog Artikel Service Levels als Bestandteil der Unternehmensstrategie“ thematisieren wir den Zusammenhang zwischen der strategischen Positionierung und den tatsächlich gelebten Service Levels. Nur allzu oft wird die Unternehmensstrategie nicht hinreichend operationalisiert. Unternehmensstrategie materialisiert sich in Merkmalen und in deren Ausprägungen, den Service Levels. Die meisten dieser Service Levels sind im Sinne eines Client Pleasing historisch gewachsen und wurden nur selten kritisch hinterfragt. Wir zeigen an einem konkreten Beispiel, wie breit das Spektrum der Service Levels ist und welchen Handlungsspielraum man bezüglich Kosten, Laufzeit und Qualität hat, wenn man die Service Levels proaktiv und strategiekonform festlegt. Und abschließend: Strategie bedeutet nicht zu definieren, was man macht, sondern vielmehr was man nicht macht.

„Warum schneller auch billiger und besser ist“. Dieser Blog Artikel adressiert die Thematik der Durchlaufzeiten von der Kundenanfrage bis zum Wareneingang beim Kunden. Neben der Kostenbrille ist die Methodik die Durchlaufzeiten zu messen und kritisch zu hinterfragen, ein starker Ansatz zur Aufdeckung von Prozessmängeln und gebundenem Kapital. Kürzere Durchlaufzeiten verringern das Working Capital nicht nur beim Kunden, sondern auch im eigenen Unternehmen und zwar in jeder Bearbeitungsstufe vom Roh- zum Halbzeug zu den Fertigwaren. Kürzere Durchlaufzeiten erhöhen auch die Transparenz der Prozesse und führen zu einer verbesserten Prozesssteuerung.

Ein zentrales Element für die Steuerung der Lieferkette ist das Forecasting auf allen Ebenen der Supply Chain. Im Blog Artikel Forecasting oder wie Sie die Zukunft vorhersagen, ohne sie zu kennen” tauchen wir in die Herausforderungen der Zukunftsprognose ein und thematisieren die wirklichen Fehler, die üblicherweise gemacht werden. Gemäß unserem Prinzip: „So grob wie möglich und so detailliert wie nötig“ beschreiben wir, wie Sie in sechs Schritten zu einem erfolgreichen Forecast kommen können. Eine Evaluierung der verschiedenen Methoden finden Sie im gleichnamigen Whitepaper.

Im umfassenden Whitepaper Supply Chain Improvement Program (SCIP) - Der ultimative Leitfaden zur Optimierung Ihrer Supply Chain“ vertiefen wir den oben skizzierten Denkrahmen, benennen typische Schwachstellen des SCM und zeigen auf, wie man diese vermeidet. In diesem Whitepaper stellen wir Ihnen ferner ein Self Assessment Tool zur Verfügung, mit dem Sie feststellen können, wo Sie im SCM aktuell stehen. Sollte das Self Assessment die Notwendigkeit von Verbesserungsbedarf aufzeigen, dann stellen wir Ihnen einen Projektansatz vor, mit dem Sie ein Supply Chain Improvement Program (SCIP) erfolgreich aufsetzen und durchführen können.

 

Fazit

Mit einem State of the Art Supply Chain Management

  • senken Sie Ihre Supply Chain Kosten, da Sie diese von nun an übergreifend managen, Effizienzpotenziale realisiert und die funktionsübergreifenden Trade-offs im Lichte Ihrer SC Strategie festgelegt haben.
  • wird Ihre Supply Chain Performance zum differenzierenden Wettbewerbsfaktor. Sie verfügen über klare aus der Strategie abgeleitete SC Servicelevels je Kundensegment und/oder Vertriebskanal und vermeiden Over- und Under-Servicing.
  • können Sie flexibler auf externe Schocks im (globalen) Wettbewerb reagieren, da Sie Ihre Supply Chain Infrastruktur skalierbarer gestaltet haben.

Supply Chain Management ist eine Herausforderung für jedes Unternehmen, da es eine funktionsübergreifende Aufgabe ist, in die so gut wie jede betriebliche Funktion involviert ist. Wir sind davon überzeugt, dass sich die Anstrengung lohnt, denn in Zukunft werden nur die Supply Chain Champions im globalisierten Wirtschaftsumfeld von heute erfolgreich sein können.

 Guide: Working Capital Excellence

Über den Autor

Walter Maderner

Dr. - Partner, Wien

Kommentare