GCI Consultant Patrick Lang im Interview: „Ellenbogenmentalität ist hier kein Thema.”

Patrick Lang | August 27, 2019

 

Fordernd, aber nicht überfordernd. So beschreibt Consultant Patrick Lang nach einem Jahr das Arbeiten bei GCI. Die Projektarbeit stellt einen immer wieder vor neue Herausforderungen, das schafft Abwechslung und ein immenses Lernpotenzial zwei Dinge, die Patrick Lang an seinem Job besonders schätzt. Was es braucht, um sich in diesem Umfeld weiterzuentwickeln und ob er an ewiges Wachstum glaubt, erzählt er im Interview.


Die Beratungsbranche wirbt mit attraktiven Gehältern und steilen Lernkurven um neue Talente. Was davon hat Sie überzeugt?
Die Abwechslung! Und die steile Lernkurve ergibt sich aus genau dieser. Jedes Projekt bringt neue Erfahrungen und Herausforderungen mit sich und gibt einem die Chance, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln. Gerade im Vergleich zu meiner Zeit in einem Großunternehmen ist das ein Aspekt, den ich auf absehbare Zeit nicht mehr missen möchte.

Extrovertiertheit, Selbstvertrauen, Sozialkompetenz – haben Sie die traditionellen Beratereigenschaften bereits mitgebracht? Oder lernen Sie die on the job?
In meinen Augen ist es schon hilfreich, wenn man grundsätzlich gerne mit Menschen arbeitet und kommuniziert. Ein gewisses basic social skill und mind set sollte man also schon mitbringen, wenn man eine Karriere in der Beratung anstrebt. Von den von Ihnen genannten Begriffen finde ich allerdings die letzten 2 wichtiger als Extrovertiertheit. Man kann den Job als Berater/in durchaus gut ausüben, auch wenn man nicht immer das Scheinwerferlicht sucht.

Wie ist die Führungspersönlichkeit, von der Sie gerade am meisten lernen?
Strukturiert, organisiert, effizient und effektiv – perfekt, um sich einiges abzuschauen :)

In der Beratung ist man zu Widerspruch verpflichtet. Da ist Haltung gefordert. Dadurch kann man als Neueinsteiger schon früh eine eigene Duftnote hinterlassen. Was ist Ihre?
Schwierig zu sagen. Ich würde sie beschreiben als eine Mischung aus Rücksichtnahme auf unternehmenseigene Charakteristika und der doch bestimmten Vermittlung der Notwendigkeit, manche Prozesse oder Vorgehensweise zu überdenken und gegebenenfalls anzupassen. Ein ehrlicher und konstruktiver Austausch ist essentiell für die Erarbeitung einer zufriedenstellenden Lösung. Ich denke daher, dass man immer darauf achten sollte, die Kund/innen zu „hören” und ihre Einwände und Bedenken in die Projektarbeit einfließen zu lassen.

Um in der Beratung aufzusteigen, muss man sich tagtäglich beweisen. Die Anforderungen der nächsten Stufe müssen schon im Jahr vor der Beförderung erfüllt werden. Man muss zeigen, dass man das kann. Ist das nicht unheimlich anstrengend?
Also meine persönliche Erfahrung deckt sich mit dieser Beschreibung nicht. Bezüglich Leistungsbeurteilung, Beförderung etc. gibt es einen sehr regelmäßigen und teilweise auch informellen Austausch mit meinen Führungskräften. Wichtig ist für mich: Ich fühle mich gefordert und gefördert, aber nicht überfordert.

Das Phänomen des insecure overachievers – des unsicheren Überehrgeizigen – kennt jeder Berater: Man weiß nie, ob man das Richtige tut, bewegt sich ständig an der Grenze zur Überforderung. Deshalb machen alle lieber zu viel als zu wenig. Sind Sie auch einer von denen?
Nein, dafür gibt es in meiner Situation auch keine Notwendigkeit. Wir arbeiten viel oder eigentlich immer im Team und Feedback von erfahrenen Kollegen ist jederzeit verfügbar. Ellbogenmentalität ist hier kein Thema – somit kann man seine Arbeit möglichst effizient erledigen und sich auf die wesentlichen Themen konzentrieren. Unnötige „PowerPoint-Schlachten” zu zeichnen, um den Kund/innen seine Arbeitsleistung zu demonstrieren – das kommt bei uns Gott sei Dank nicht vor.

Wären Sie lieber der Beste in einem schlechten Team oder der Schlechteste in einem guten?
Definitiv der Schlechteste in einem guten Team! Ein besseres Team liefert einen besseren Output, plus, wenn alle besser sind als ich, schaue ich eben in welchen Bereichen sie besser sind und merke mir das Ein oder Andere für die Zukunft :)


Das Beratungsgeschäft basiert auf dem Glauben an Kapital und Wachstum. Gleichzeitig gehen freitags weltweit Schülerinnen und Schüler auf die Straße, um für Klimaschutz und ökosoziale Steuern zu demonstrieren. Auch Alternativen wie Gemeinwohlökonomie rücken immer mehr in den Fokus. Glauben Sie an ewiges Wachstum?
Ewig ist ein starkes Wort. Ich denke grundsätzlich, dass tiefgehende Änderungen und aufkommende Probleme in unserer Welt immer auch Chancen und Möglichkeiten mit sich bringen. Nimmt man zum Beispiel den von Ihnen erwähnten Klimaschutz, glaube ich, dass sich das Wachstum definitiv verlagern wird – zum Beispiel im Bereich der Energieversorgung. Prognosen über den Fortbestand des Wachstums wage ich aber keine abzugeben – das überlasse ich anderen.


Macht Geld Sie glücklich?
Nein, Geld alleine nicht. Ehrlicherweise muss ich schon sagen, dass Geld wichtig ist. Es ermöglicht einem Dinge zu tun und es sich gut gehen zu lassen. Allerdings geht es mir persönlich nur gut, wenn auch im familiären Umfeld und im Freundeskreis alles in Ordnung ist – und da spielt Geld eher keine Rolle.

Was würden Sie mit 100 Millionen Euro machen?
Darüber mache ich mir Gedanken, wenn sich mein Erspartes auf diese Größenordnung zubewegt... Ich denke also, dass ich da noch genug Zeit zum Überlegen habe :)

Zum Abschluss noch die obligatorische Frage: Was machen Sie in Ihrer Freizeit so?
Meine Hobbies kann man mit Reisen, Sport und Motorrad fahren schnell zusammenfassen. Speziell jetzt im Sommer versuche ich eigentlich jede freie Minute im Freien zu verbringen und die Zeit zu genießen. Der nächste „herrliche” grau-nasse Winter in Wien kommt ja bestimmt… ;)

 

 

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Über den Autor

Patrick Lang

Consultant bei GCI Management

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